Mittwoch, 13. Januar 2016

Tag 4: Natur pur

Hallo, meine liebsten Blogleser der Welt! Wie geht es euch da draußen denn so? Hoffentlich ist es auch gut kalt in Deutschland? Ja?
Macht nix, hier ist es auch kalt. Wir haben wohl grad einen kleinen Kälteeinbruch erwischt, laut einem deutschen älteren Ehepaar (oh wir sind Privatiées, immer ein halbes Jahr in Florida und dann wieder in Deutschland, höhöhö) war es ein unglaublich heißer Dezember, und wir haben jetzt Pech im Januar. Meh.

Egal denken wir uns, und nutzen dieses Wetter für uns: denn wenn es ein paar Tage hintereinander kühler ist, so habe ich gelesen, kommen die Manatees in die Kühlwasser-Flüsse der Floridianischen Kraftwerke. Super, wir haben Glück und eines ist gleich in der Nähe. Ich schwelge in Erinnerungen an unsere früheren Atomkraftwerksbesichtigungen (Basti verliert schon den Glauben... immer wenn er denkt, er würde unsere Familie verstehen kommt sowas :D) und schon kommt die Ausfahrt zum Manatee Reserve. Toll: Eintritt muss man hier nicht zahlen, nur 2 Dollar Parkgebühren sind fällig. Die berappen wir doch gerne, denn einmal Manatees sehen ist ein großer Kindheitstraum von mir. Der Parkplatzwächter begrüßt uns gleich mit einem „Hey, the were waiting for you out there!“ und los geht es, auf kleinen, nett angelegten Wegchen zum Kühlwasserfluss. 

Wir sehen uns um, und überall kommen kleine Manatee-Schnäuzchen raus: süüüüüüüß!! 




Man sieht zwar leider nicht sooo viel, das Wasser ist sehr dunkel und spiegelt sehr, aber sie atmen und springen etwas hoch, ähnlich wie Delfine. Zur besseren Betrachtung habe ich für meine geneigten Blogleser ein kleines Video aufgenommen.





Mei, ist das toll. Leider kann man keine streicheln, und sie auch nicht komplett sehen, aber es ist mir doch wichtiger, dass diese tollen Tiere hier in Ruhe gelassen werden und freiwillig da sind. Große Empfehlung! Die Manatees sind hier aber wohl leider nur in den Wintermonaten zu sehen, sobald es wärmer ist sind sie wieder in den Mangroven und im Meer unterwegs.

Nach ausführlicher Manatee-Betrachtung geht es weiter auf unsrem Naturtag, zum „Six Mile Cypress Slough Preserve“. Dies ist auch ein kleiner Naturpark, bei dem über ein Sumpfgebiet ein kleiner Holzpfad gebaut wurde. Hier kann man durchlaufen, und den Blick auf ein paar Tiere erhaschen. Wir haben in den Bewertungen gelesen, dass „Trash Pandas“ (Waschbären) hier unterwegs sein sollten... Aber Spoiler Alert: die haben sich leider vor uns versteckt.
Eintritt muss auch keiner geblecht werden, sehr angenehm für den Geldbeutel. Wir machen also einen kleinen Spaziergang durch den Sumpf, entdecken immer mal wieder ein Krokodil,

 ein paar Eichhörnchen und einige Schildkröten. Für meine Rätselfreunde hier ein Suchbild (lässt sich durch einen Klick vergrößern): wie viele Tiere könnt ihr entdecken?

Der Park war ganz nett, schön entspannend, muss aber jetzt auch nicht jeden Tag sein. Uns plagt schon wieder ein großer Hunger, also machen wir uns auf die endlose Suche, etwas zu essen zu finden. Diese Suche bringt uns durch ein paar gaaaanz üble Ecken von Ft. Myers: wir könnten hier ohne Probleme unser hab und gut im Pawn Shop verkaufen, uns aus dem Knast in verschiedenen Bail Shops rauskaufen, diverse Drogen kaufen oder uns mit rivalisierenden Gangs anfreunden. Nett! Besonders mit unsrem unauffälligen Vehikel fühlen wir uns einfach richtig wohl. Also, schnell wieder weg.
Meine jahrelang geübte Theorie besagt ja, dass die Gegend ziemlich gut ist, sobald ein Barnes & Nobles oder ein Whole Foods in der Nähe ist. Schnell einen dieser Läden in die Navi eingegeben, und wir landen wieder in einem Eck, in dem wir auch gern aussteigen.

Heute wollen wir in einem „Panera Bread“ essen, und ich kann nur eins sagen. Der Knaller! Also nicht das Essen... Mei, ja, das ist auch gut. Aber ich war SO begeistert von dem Bestellsystem!
Man hat zu Beginn die Wahl, ob man am Counter oder an einem mobilen Terminal bestellen möchte. Technik-Affin, wie wir sind, entscheiden wir uns natürlich für die elektronische Variante. Es sind circa 5 Displays angebracht, bei dem wir (natürlich) zunächst unsere Kreditkarte durchziehen müssen. Dann kann man alles, was das Herz wünscht, bestellen, kombinieren, Sonderwünsche angeben etc. Es gibt Suppen, Salate und Sandwiches, diese können in jedweder Möglichkeit umgeändert werden. Nach der Bestellung nimmt man einen Tracker (sieht aus wie so ein „Essen-ist-fertig-vibrier-Ding), gibt die Nummer ein, bezahlt (praktisch, die Kreditkarte wurde ja schon durchgezogen, und ich mit meinem Namen angesprochen), sucht sich einen Tisch, und legt den Tracker auf eine spezielle Matte auf dem Tisch. Nach 10 Minuten war das essen auch schon da. Ein Wunder, sag ich euch, ein Wunder! Ich bin immernoch völlig begeistert :D
 


Nach einem kurzen Dusch-Stopp im Hotel geht es auf ins Kino: natürlich müssen wir nochmal Star Wars anschauen, in alter Tradition. Der Saal war ziemlich leer, das Popcorn lecker und der Film saugut.



Totmüde fallen wir dann nach diesem langen Tag (und einem Feierabend-Cider) ins Bett.

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